WARUM DER NAME „MERLINS GRAB“?
Erinnern wir uns daran, wie geheimnisvoll diese Steine bis vor kurzem noch erschienen. Kein Mensch, so glaubte man damals, hätte sie bauen können. Man schrieb sie ganz natürlich Personen aus einer fernen Vergangenheit zu, deren Namen an übernatürliche Taten erinnerten. Und vergessen wir nicht, dass diese Steine in der Jungsteinzeit, also vor über 5000 Jahren, als Grabmal dienten. Dort, wo heute noch drei Steine stehen, die als einzige eine Sprengung Ende des 19. Jahrhunderts überstanden haben, befand sich ein langer, überdachter Gang. Wenn die Archäologie und die Legende von einem Grab sprechen, widersprechen sie sich also nicht. Und das ist es zweifellos, was Herrn Poignant, Magistrat in Montfort, vor zwei Jahrhunderten inspirierte, als er in diesen Steinen den letzten Aufenthalt des Zauberers sah…
TRADITION UND GLÜCKSBRINGER
Vor diesen Steinen, die von Merlins Aura umgeben sind, legen die Gläubigen täglich kleine Zettel, kleine Geschenke, Kränze und Blumensträuße nieder. Ist es also ein überdachter Gang, ein falsches Grab oder ein echter Briefkasten? Letztendlich ist es ziemlich egal. Nur ein Detail, das hier erwähnt werden muss: Merlin schrieb nicht. Diese Aufgabe überließ er seinem alten Freund und Berater Blaise. Vielleicht genügt es also, wenn Sie ganz fest an Ihren Wunsch denken und ihn so an Merlin schicken, den stets präsenten Wächter des alten Landes von Brocéliande…
Text verfasst von Claudine GLOT, Centre de l’imaginaire Arthurien (CIA)